Mac OS 11

Big Sur - Willkommen M1 CPU

Als Apple einst den Umstieg von Power PC Prozessoren auf Intel CPU’s bekannt gab, war die Überraschung groß. Diesmal hatte es sich bereits vorher angekündigt, dass Apple wieder einen großen Schritt wagen wird. Und so steht diesmal eine neue Zahl vor dem Punkt, denn nach OS 9 und OS 10 (X) folgt nun OS 11, wieder mit einem Umstieg auf eine neue Prozessor Generation, die M1 Arm - Prozessoren. Nein, es sind nicht die weltweit absolut schnellsten Prozessoren, aber wohl die weltweit schnellsten Prozessoren im Verhältnis zu ihrem recht geringen Stromverbrauch. Ein guter Schritt Apples, den weltweit stetig steigenden Energieverbrauch der Personal Computer zu senken. Und der Umstieg lief diesmal wesentlich reibungsloser als erwartet. Denn nicht alle wichtigen Programme waren zur Veröffentlichung von Big Sur und der Auslieferung der ersten, mit dem M1 Prozessor ausgestatteten Mac’s, bereits für das neue System kompiliert und angepasst. Und die, wie damals beim Umstieg von OS 9 auf OS X mitgelieferte Emulationsumgebung „Rosetta“, läuft jetzt unter dem Namen „Rosetta 2“ schnell und unbemerkt im Hintergrund und bindet alte Software mit ein. Eine große Leistung, denn konnte man einst noch das alte OS 9 im Fenster im Hintergrund starten sehen und sich kurz einen Kaffee holen, merkt man jetzt rein gar nichts davon wenn Rosetta startet. Ja, stellenweise läuft die Software in Rosetta 2, dank der neuen M1 Prozessoren, wesentlich schneller als nativ auf vergleichbaren Intel Rechnern. Chapeau Apple!

MacBook-Pro - M1

Apple MacBook-Pro - M1

Allerdings können die M1 Prozessoren nicht ganz verleugnen, wo sie herkommen, nämlich aus dem mobilen Bereich der iPad’s und iPhone’s. Und das ist auch ihr größtes Manko: sie sind, zumindest bisher, auf 16GB RAM limitiert. Das wird im Office Bereich gut und ausreichend sein, für professionelle Anwender aus Grafik-, Video- oder Audioproduktion ist das viel zu wenig. Zum Glück können die auch weiterhin auf Intel Prozessoren ausweichen, was aber eine schwierige Entscheidung ist, wenn man weiß, dass in Zukunft selbige nicht mehr unterstützt werden. Allerdings hat Apple hier einen Zeitraum von ca. 7 Jahren genannt, was mehr als ausreichend sein dürfte. Selbst darüber hinaus könnte es noch Sicherheitsupdates geben laut Apple.

Was ist neu in Big Sur

iOS und Mac OS hatten sich ja bereits über die letzten Jahre immer weiter angenähert. Nun wird es auch auf dem Mac noch etwas mehr „Klicki Bunti“.

Apple OSX Big Sur - Dock

Das überarbeitete Dock

Fenster und Dialoge bekommen abgerundete Ecken, ähnlich wie auf iOS Geräten. Das wird nicht jedem gefallen, sieht es doch recht verspielt aus. Viele andere, aus iOS bekannte Systembestandteile, halten ebenfalls auf dem Mac Einzug. Das Kontrollzentrum, Widgets und eine überarbeitete Mitteilungszentrale.

Apple OSX Big Sur - Kontrollzentrum

Das neue Kontrollzentrum

Apple OSX Big Sur - Widgets

Die Widget Area

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oder die Batterieanzeige in den Systemeinstellungen mit einem Benutzungsprotokoll.

Apple OSX Big Sur - Batterie

Die Batterie Anzeige

 

Apple OSX Big Sur - Systemeinstellungen

Apple OS Big Sur - Systemeinstellungen

 

Apple OSX Big Sur - TimeMachine

Der TimeMachine Balken ist jetzt animiert beim vorbereiten des Backups

Catalyst

Eine wichtige Neuerung in Big Sur bietet, dank der von Apple bereit gestellten Entwickler Software MacOS Catalyst, die Möglichkeit, iOS Apps auch auf dem Mac laufen zu lassen. Voraussetzung ist hier aber ein Rechner mit M1 Prozessor. So soll noch einmal die Programmvielfalt erweitert werden und sich die Möglichkeit bieten, am iPhone oder iPad lieb gewonnene Software auch auf dem Mac laufen zu lassen. Vorausgesetzt, der Entwickler gibt die App dafür frei. Apple selber hat z.B. bei Apple Maps, iMessage, Erinnerungen und Notizen standardmäßig auf Catalyst gesetzt. Ein weiteres Zeichen dafür, dass in Zukunft die Systeme von iOS und Mac OS noch weiter verschmelzen werden.

Sicherheit

Bei der Sicherheit hat Apple noch mal kräftig nachgelegt. Die Installation des Betriebssystems muss digital signiert werden, das macht es Schadsoftware noch mal schwieriger, das System zu kompromittieren. Allerdings macht es auch Hilfsprogrammen schwerer bis unmöglich, das System 1:1 zu klonen, um nach einem Ausfall des Systemvolumens umgehend von einem anderen Volumen zu starten (z.B. extrem wichtig bei Servern). Carbon Copy Cloner, die Nr. 1 Clone Software für den Mac, zeigt wie es trotzdem geht: nach dem Klonen der System-Partition installiert man die System-Software noch einmal neu, da der Carbon Copy Cloner nur die Daten-Partition kopiert (siehe auch Artikel zu Mac OSX 10.15). Ein Workaround, mit dem man leben kann.

Apple OSX Big Sur - Software Updates

Apple Sicherheitsupdates unter Big Sur

Server

So gelungen OS 11 Big Sur und die neuen M1 Prozessoren auch sein mögen, schmerzlich vermissen tun wir nach wie vor eine Server Lösung von Apple.

Apple OSX Big Sur - Server-Start

Apple OS Big Sur - Server-Start

Alte Server Systeme können nicht ewig weiter laufen, hier muss dringend eine Lösung von Apple her. Zwar gibt es noch immer die Software „Server“ (macOS Server) im App Store zu kaufen, aber eine Bewertung von 1,4 Sternen spricht wohl Bände.

Apple OSX Big Sur - AppStore OSX Server Bewertung

Apple OS Big Sur - AppStore Server Bewertung

Das Wichtigste wäre, wie schon in vorherigen Artikeln angesprochen, eine brauchbare Dateifreigabe-Option. Die ist nach wie vor in den Systemeinstellungen unter „Freigaben“ zu finden.

Apple OSX Big Sur - Server - Freigaben

Apple OS Big Sur - Server - Freigaben

 

Apple OSX Big Sur - Server - Einstellungen

Apple OS Big Sur - Server - Einstellungen

Mal abgesehen davon, dass inzwischen AFP (Apple File-Sharing Protokoll) gar nicht mehr funktioniert, ist weiterhin keine vernünftige Benutzerverwaltung mehr möglich. Soll heißen, wenn ich andere Benutzer oder gar Gruppen anlege, die unter unterschiedlichem Namen auf den Server zugreifen wollen und unterschiedliche Berechtigungen bekommen sollen, dann ist dies derzeit nicht mehr möglich. Also ein simples Aufteilen des Servers nach einem Bereich für die Mitarbeiter (Server_XY) und einem eigenen Bereich für die Geschäftsführung (Intern_XY) ist nicht mehr möglich. Auch wenn es sich noch einrichten lässt, in der Praxis funktionieren die Benutzerrechte nicht mehr. Soll heißen, Benutzer B kann die Dateien von Benutzer A nicht mehr bearbeiten, weil ihm dazu die Berechtigung fehlt. Der Fehler ist bekannt und reproduzierbar und das seit nun bereits 6 Betriebssystem-Versionen in Folge!!! Einziger uns bekannter Workaround: am Server einen einzigen Benutzer anlegen, mit dessen Namen dann alle auf den Server zugreifen. Auf einem Mac mini mit M1 Chip und einem SSD-RAID System kann man so unglaubliche Geschwindigkeiten im Netzwerk erzielen, nur auf Grund der fehlenden Benutzerverwaltung wird das für die wenigsten Firmen praktikabel sein. Denn welchem Chef ist es schon egal, ob seine Mitarbeiter in seine internen Dokumente Einblick haben dürfen? Also bitte Apple, bessert hier endlich, endlich nach!

Veröffentlicht in Mac Aktuell.